Bei 5 gibt’s vielleicht Humpa Humpa Tätärää!

Wie in vielen Märchen fing alles: “eines schönen Tages” an. Ich bin gerade auf dem Weg zur Arbeit. Eine Strecke von wenigen Kilometern, aber zu Fuß bequem innerhalb von 25 Minuten vielleicht einer halben Stunde zu schaffen. Draußen war es eisig kalt und der Himmel grau. Schneematsch kniselte und platschte unter meinen Stiefeln. Mit Mantel und Hut gewappnet zog ich nun durch die Siedlung in Richtung Innenstadt zur 2. Schicht um 14.00 Uhr.

Ich komme gerade an meiner alten Schule vorbei, da sitzen noch drei junge Spießgesellen als Schüler verkleidet in der Bushaltestelle und tun das was Jugendliche so eben am besten können: Blödsinn. Ich bin gerade auf der Höhe ihres Räuberlagers, da pfiff mir ein Pisa-Doofkopp über die Straße zu. Ich gönnte ihm einen leicht abschätzigen Blick und antwortete mit einem langgezogenen “Moin!” (Ausgesprochen eher Mo-hooiin) Dann war Ruhe im Karton. Invasoren auf mein Gemüt erfolgreich abgewehrt und Weg fortgesetzt. Ein paar Meter weiter kam ich dann zur Hauptstraße und wechselte auf die breitere Wegseite. Dort kam mir ein ulkig angezogenener Mann auf einer Art rasenden Gynäkologenstuhl entgegengestrampelt. Der Mann hatte eine riesige Brille auf und war gekleidet wie ein jugendlicher Bösewicht aus der alten TKKG Serie aus den 80ern. Insgesamt ein reichlich grotesker Anblick der da an mir vorbeiwackelt.

Doch die nächste Person hat sich gegen mich verschworen. Ein Bus trödelte langsam neben mir her. Aufgrund des Wetters kam der Autoverkehr immer wieder zum erliegen. In dem Bus saß außer dem Busfahrer nur ein einziges vielleicht 8 bis 10jähriges Mädchen. Es starrte mich die ganze Zeit an und als ich dann einen etwas längeren Blick erwiderte, zeigte sie auf mich und winkte dann. Bin ich hier in der Traumwelt eines Freddie Krüger gelandet? Ich hab ja nichts dagegen, wenn Blondinen mir zuwinken, aber blonde, starrende Kinder die winken sind geradezu unheimlich.

Jetzt noch durch die Unterführung und dann darf ich diesen Weg der bizarren Gestalten verlassen. Doch kam mir ein junger Mann mit langen Haaren und Rucksack entgegen. Und obwohl ich schwören kann, dass ich diesen Menschen noch nie in meinem Leben gesehen zu haben grüßte er mich mit einem “Moin Jong” und trotte weiter. Was ist denn hier los? Was kommt als nächstes? Wenn ich durch die Unterführung gehe wartet bestimmt ein Sektempfang und eine Blaskapelle auf mich, weil ich der millionste Nutzer der Unterführung bin. Ein übergroßer Scheck und ein Blumenstrauß wird gereicht. Fotos von mir mit dem Bürgermeister werden für die lokale Zeitung gemacht. Außerdem bekomme ich einen Gutschein für eine Butterfahrt nach Helgoland und zurück für 2 Personen – gesponsert von der deutschen Verkehrswacht in Schleswig-Holstein.

War leider nicht so.  Es sollte sich auf die 4 in Gedanken gebliebene Ereignisse beschränken. Kein Sekt, kein Humpa Humpa Tätärää, kein Scheck, keine Blumen, keine Fotos mit dem Bürgermeister und auch kein Gutschein. Dafür habe ich aber drei Räuber, einen Dadaisten, einmal das Kind aus “The Ring” in blond und vielleicht einen vermeidlichen Fan auf einer Strecke von gerade mal vielleicht 2,5 Kilometern erleben dürfen.

Kein schlechter Schnitt.

Schöne Schallplatten Teil III

Ob sich die abgelichtete Person heute für dieses Bild schämt?

Der Polizeikasper und seine Freunde stellen dem Verkehrsteufel ein Bein.

Der Polizeikasper und seine Freunde stellen dem Verkehrsteufel ein Bein.

Ich erzähl jetzt mal von früher, weil das kann ich ja ganz gut… Teil III/2

Teil 2 von 2

Wir sind immer noch im Jahre 1997 in Italien. Das Wetter ist heiß und wir befinden uns in einem “Hotelzimmer”. Es ist bestimmt schon dem einen oder anderen aufgefallen, dass ich in diesen Texten häufig Anführungszeichen benutze. Wenn man die Dramaturgie noch etwas ausschmücken möchte, dann kann man ja einfach mal die ” durch ein Hihi oder Höhö ersetzen. dann kommt die Geschichte noch ein ganzes Stück besser rüber. Doch nun zurück in die Gegend der Venezianer.

Im letzten Teil habe ich recht ausführlich über die Gegebenheiten in unserem “Zimmer” geschrieben. Doch wir waren ja nicht alleine. Da waren noch andere “Zimmer” mit noch ganz anderen, zum Teil sogar noch viel witzigeren Eigenschaften. Zum Beispiel war da ein Zimmer in welchem es nachts immer sehr kalt war und der Wind nur so durchpfiff. Das lag höchstwahrscheinlich an der fehlenden Fensterscheibe des “Gitterfensters” Ich weiß nicht, wie man so ein Fenster mit 4 oder mehr Unterteilungen nennt, aber dort waren es neun Unterteilungen mit nur 8 Scheiben. Jetzt könnte man als Notlösung natürlich das vorhandene Rollo runter lassen. Jedoch wurde bereits am ersten Abend die Halterung des Rollladens aus der Wand gerissen. Ein großes Loch prangte nun dort wo eigentlich sonst das Ziehband drin verschluckt wird. Ein anderes Badezimmer hatte es noch besser gemeint mit den sanitären Anlagen. Dort wurde der Duschkopf nicht wie bei uns gegenüber der Toilette angebracht, sondern direkt darüber, so dass es eigentlich gar nicht anders möglich war als im sitzen zu duschen. Zu allem Überfluss fiel dann auch noch eines Morgens der Duschkopf ab und ein blankes Rohr spuckte nun Wasser auf Befehl. Wäre dieses auch noch kaputt gegangen, dann wäre wahrscheinlich morgens immer ein Bediensteter gekommen und hätte die Leute entweder wie im Gefängnis mit ‘nem Schlauch abgespritzt oder einfach einen 10 Liter Eimer mit kalten Wasser vor die Tür gestellt.

Klingelingeling! Es gibt was zu futtern. Doch was auf den ersten Blick wie leckere Nudeln aussah, war in Wirklichkeit so schlecht, dass selbst der ärmste Penner dankend abgewunken hätte. Dieser rote Nudelpamps war nämlich kalt, mit harten Erbsen versehen und ab und an fanden Leute im Essen Dinge, die selbst der abgefahrenste Koch nicht einmal seinem tollwütigen Hund vorsetzen würde. Man mag mich pingelig schimpfen, aber Fingernägel, Drahtstücke und Krebsscheren haben in meinen Nudeln ganz einfach nichts verloren. Echt wahr? Ja! Gott sei Dank befand sich ein kleiner Pizzaimbiss direkt den Weg runter. der hat in der Woche ein wirklich gutes Geschäft gemacht. Schon weil wir am zweiten Tag gehofft haben, dass es nun etwas anderes zu Abend geben müsste. Weit gefehlt. Es gab die reichlichen Reste vom Vortage. So wie wir morgens die Brötchen vom Vortag zum Frühstück bekamen, so bekamen wir Abends die Nudeln vom Vorabend. Mit einem gewissen Galgenhumor haben meine Beisitzer und ich uns das Aussehen des Koches ausgemalt und uns vorgestellt, dass dieser bestimmt einen langen, schwarzen, zotteligen Almöhi-Bart hat und dieser immer wieder ohne Absicht in die Tomatensauce getunkt wurde, wenn sich der Koch über seine brodelnen Fleischtöpfe mit Schlangenfraß beugt. Dann kratzt sich dieser an seinem ungewaschenen Kopf und lauter Schuppen geben der Tomatenpampe den richtigen Pepp. Eines Abends gab es dann mal ausnahmsweise nicht nur Nudeln, sondern auch noch ein großes halbgeschmolzenes Eis für alle. Ich sag euch: wenn man sich einige Tage in einem Hotel von Abfällen ernährt, dann ist das Gewöhnungssache, aber dann von diesen Lebensmittelverbrechern auch noch ein salmonellenvergiftetes Eis in die Germanenwampe drücken? Nenene! Die meisten haben dann das Eis freundlich schmelzen lassen und haben sich dann wieder bei dem Pizza-Onkel gegenüber satt gefuttert. In den letzten Tagen haben die Leute von unserem Zimmer diese Nudelabartigkeiten gleich übergangen und sind beim gemeinsamen Essen gar nicht erst aufgetaucht, um sich nicht gleich den Appetit verderben zu lassen. Stattdessen liefen wir stolz wie Oskar und laut lachend an den traurigen Nudelfans vorbei und gingen gleich zu unserem Onkel von gegenüber, da gleich 3fach bestellt und pizzaschlemmend an den vergifteten Mitschülern vorbei zurück in unsere Zelle.

Die Gästebespaßung: Ein Gast in dieser Bude soll aber, wenn er nicht gerade verfallende Sehenswürdigkeiten ansieht, nicht nur sinnlos im Zimmer sitzen. Er soll seinen Aufenthalt in SingSing-Light auch genießen. Zum allgemeinen Amüsement wurde extra ein großer Billardtisch und zwei Daddelautomaten im Rauchersalon aufgestellt. Natürlich war auch hier ein Haken, sonst würde ich es ja nicht schreiben. Also erstmal hatte der Billardtisch eine mehr als ausgefranste Oberfläche und dazu war ein Bein des Tisches zu kurz, so dass die Kugeln eher chaotisch über den Tisch flitzten, um dann immer in der selben abgesenkten Ecke zu landen, anstatt mathematisch korrekt Aktion und Reaktion widerspiegelten. Waren da nicht noch zwei Daddelautomaten? Tja, diese beiden Automaten, die gut und gerne aus den Hintergrundkulissen des ersten Karate Kid Film von 1984 stammten könnten hatten einen entscheidenen Nachteil. Sie waren nicht nur ohne Stromversorgung, sondern auch noch defekt. Halleluja. Wenigstens rauchen konnte man in diesem Abstellraum genannt Rauchersalon oder Besucherlounge. Nachträglich faällt mir noch ein, dass da noch eine ominöse Tür mit Milchglasscheibe war. Wir durften die Tür nicht öffnen, aber wir beobachteten, dass immer wieder ein Komplize vom Personal da immer wieder drin verschwand und dann wieder raus kam. während die Tür offen war konnten wir einen kurzen Blick in den mysteriösen Raum dahinter erhaschen. Ein reichlich dunkler Raum mit vielen Tischen und umgedrehten Stühlen darauf. Eigentlich unspektakulär, aber wenn man eigentlich alle Räume eines Hauses kennt, dann ist da so ein Zimmer in das man nicht mal rein sehen darf natürlich verlockend. Man vermutet ja immer gleich spektakuläres dahinter. Bauen die da eine Atombombe? Steht da ein geheimes Labor hinter? Werden da Menschen gefoltert? Nö. Nur ‘nen oller, dunkler, ungenutzter Speisesaal.

Was passierte sonst so?

Eigentlich ganz witzige Sachen, die sonst nie wieder in meiner näheren Umgebung passiert sind. Ein Abend spielten wir gerade unser neu entdecktes Saufspiel Kingston, da meldete sich ein vollkommen betrunkener Mitschüler (nennen wir ihn mal R.) ab, weil er einfach nicht mehr aufgrund seines hohen Pegels mitspielen konnte. Etwas später entdeckte dann ein Anderer den R. auf dem Flur an einer Wand sitzend und veranlasste noch 2 weitere Kumpanen dazu ihn ins Badezimmer unter die Dusche zu schleppen. Gesagt – getan. Sein Finder wollte ihn nun wieder etwas aufnüchtern und stellte die Dusche ein. Da es aber bereits Nacht war, kam nur kaltes Wasser aus der Wand und regnete den vollbekleideten Volltrunkenen nass. Also auf volle Hitze aufgedreht und abgewartet. Keine Temperaturveränderung. Also haben wir ihn dann erst einmal unter der kalten Dusche sitzen gelassen.

Wir spielten noch so einige Runden Kingston und nach vielleicht 1 1/2 Stunden bemerkten wir dass die Sicht immer schlechter wurde. Waren wir schon so benebelt?. Moment! Nein, die Nebelschwaden kommen nicht vom Kopf her, sondern aus dem Bad! Aufgesprungen und nachkontrollieren was der vergessene Tropf da so macht. R. saß immer noch wie vorher abgelagert in der Dusche. Nur dass er nicht mehr unter einem erfrischendem Schauer hockte, sondern unter kochender Lava! Auauau! Wir zerrten den krebsroten und immer noch schlafenden Jungen dann in sein Bett und beim morgendlichen Frühstück haben wir einen selten fertig und gargekocht aussehenden Kerl genießen können. Wahrscheinlich konnte er auch nur wieder so weit nüchtern sein, um morgens aufstehen zu können, weil er ja noch spät Nachts seinem Bett und der Wand seine Speisekarte rückwärts faxen musste. Strafe muss sein.

Eines Abends wollte unser Klassenlehrer dann noch eine Sondertour nach Rimini anbieten. Allerdings sei da nur Platz für noch 5 Personen und die Fahrt würde bestimmt lange dauern und nicht sonderlich aufregend werden. Von wegen mein lieber Freund. Jeder kennt inzwischen die RTL2 Berichte im Fernsehen von Rimini bei Nacht. Die fliegt die Kuh und werden die Puppen tanzen gelassen! Unser Lehrer wusste genau, dass wir von den Tagesfahrten ziemlich fertig waren und uns die Nächte mit allem anderen nur nicht mit Schlafen vertrieben. Nun wollte dieser mal alleine auf die Piste und die Korken knallen lassen. Weit gefehlt! Denn unser kulturinteressierte Russe, der auch nie Alkohol trank und deswegen immer fit war, wollte unbedingt mit. Also musste unser Lehrer mit unserem Prododogy-Russen nach Rimini fahren und da einen auf Kultur machen. Spät Abends bis in die Nacht. Als sie dann wieder zurück waren musste unser Russe berichten, dass unser Lehrer dauernd versucht hat ihn abzuschütteln und ihn irgendwo hat warten zu lassen, damit dieser seinem Vergnügungen nachgehen konnte. Interessant, Interessant. War die mitfahrende Begleitlehrerin harmloser? Ja. Sie ist nur einmal vom Weinrausch von der Sitzbank gefallen. Har!

Ein weiteres im Gedächtnis gebliebenes Ereignis war als eines Abends sich T. es auf dem unteren Bett des künstlichen Stapelbettes bequem machte. Als dann A. dann in sein oberes Bett schwungvoll kletterte rutschte die gesamte Konstruktion mit einem Ruck gefährlich auseinander.  Keiner von beiden mochte sich noch bewegen, da die Klebebänder nachgelassen hatten und nun drohte das obere Bett mit Insassen auf den Untenliegenden zu krachen. Eiligst leisteten wir anderen Mitinsassen erste Hilfe und hielten das obere Bett fest, damit T. sich aus seiner bedrohlichen Situation befreien konnte. Uns blieb nichts anderes übrig als die Betten wieder in ihre Ausgangstellung zu bringen und den beiden den Tipp zu geben, dass sie beim Schlaf nicht allzu sehr bewegen sollten. Erst am nächsten Tag konnten wir etwas Tape auftreiben, um die wackelige Todesfalle zu entschärfen. Die Nacht hatte T. aber bestimmt nicht gut geschlafen, da er versuchte in einem anderen Bett unterzukommen, er dort aber rausflog und sich dann doch wieder unter dem Damoklesschwert zur Ruhe betten musste.

Eine weitaus lustigere Situation ergab sich ebenfalls mit A. An einem freien Nachmittag saßen D. und ich auf unserem Doppelbett und D. daddelte Gameboy, während ich mich um die Musikanlage kümmerte.  F. lag in seinem Pornobett und T. wuselte auf seinem unterem Bett. Da klopfte es an die Tür und P. (ein ganz harmloses Mädchen aus unserer Klasse) steckte den Kopf in den Raum fragte uns irgendetwas Belangloses. Jetzt ergab sich die Konstellation der Götter. Ein heiliger Moment, den ich wohl nie mehr vergessen werde und auch nicht vergessen will: Während P. sich mit T. unterhielt flog die Badezimmertür auf und ein triefend nasser A. stand mit einem Handtuch in der Tür. Leider hatte er das Handtuch nicht um seine Hüften sondern hob es wie eine Flagge in seiner Hand in einer Siegerpose und rief ein: “Heeey Leute!” Mein Blick starrte auf den Splitterfasernackten rüber zu P., dann wieder zu A. Dieser bemerkte innerhalb einer Sekunde, dass irgendetwas nicht stimmte mit seinem Auftritt. Er wandte seinen Blick zur Seite und erblickte mit schreckensbleichen Gesicht P, die die Situation noch nicht ganz mitbekam. Flugs huschte das Handtuch über die Fortpflanzungorgane und ein gebückter A. knallte die Badezimmertür wieder vor sich zu. Nicht nur die Situation war göttlich, sondern auch der Sitzplatz den ich dabei inne hatte, denn direkt vor mir war die Badezimmertür und nur ein Kopfdrehen von vielleicht 45° stand P. in der Tür. A. kam aus der Dusche und blickte also zuerst auf uns auf dem Bett Sitzenden. P. stand allerdings ca. 80° links von ihm, dazu noch hinter dem Stapelbett und somit ausserhalb der Sichtlinie von A. Allerdings hatte P. einen guten Blick zwischen Oberbett und Unterbett auf die mittlere Körperregion von A. Ich habe in meinem ganzen Leben noch nie so gelacht. Wir spielten diese Szene immer und immer wieder für die anderen nach. Nur A. konnte nicht so richtig ausgiebig darüber lachen.

Ich muss die Tagesausflüge eigentlich nicht weiter schildern, da sie eigentlich weitgehenst normal verliefen, das ganze hier zu dokumentarisch werden würde und nicht so sehr unterhaltsam waren wie die nach hinten losgegangene Lässigkeit von A.

Also: Unsere 6-er Gruppe verirrte sich im schönen, sonnigen Venedig und konnten uns nur an der Sonne orientieren. Dort kaufte ich von einem ortsansässigen Betrüger ein schiefbedrucktes T-Shirt.

In Florenz staunten wir über rektalen Fertigkeiten eines Ferkels, dass eine öffentliche Toilette so kunstvoll und kreativ an den WÄNDEN mit seinem innersten verzierte.

Über die Fahrt nach Ravenna kann ich nicht berichten, da ich aufgrund einer leichten Lebensmittelvergiftung flachlag und die Zeit mit anderen Zurückgebliebenen vertrödelte (Nicht geistig zurückgeblieben, sondern so komplett im Hotel eben).

In San Marino hat’s geregnet und die hiesigen Waffendealer drehten uns Faustmesser, Teleskopschlagstöcke und illegale Airguns an, da die anderen Souvenirs wie Gedenkmünzen, Kleinkunst und Nippes einfach zu teuer und die neonfarbenen 1000 Lire Plastikregenmäntel (1000 ITL entsprechen 0,51646 EUR) einfach zu billig und hässlich waren.

Um mal die Woche vor dem geistigen Auge passieren zu lassen, gebe ich mal ein paar Stichwörter die dem Leser helfen sollen das Chaos zu verstehen:

Rutschpartien auf dem Treppengeländer, rausgerissene Waschbecken, Smack my Bitch up Gesangskontests vor offenen Fenster, eine in einem Duschkopf eingearbeitete Sardelle, nächtliche Ausbrüche aus dem Hotel, Wettrennen auf 2 Personenrädern, demontierte Schilder, Martini,  zerkloppte Möbel, Löcher in den Wänden, ungründliche Kontrolleure suchen in einem Zimmer mit gut einem Dutzend Betrunkener erfolglos nach Alkohol, Am Balkon im dritten Stock hängen, mittelmäßig vorgetragene Passagen aus Romeo und Julia, ein Haufen Koblenzer Jungs und Deerns, Schießereien zwischen Unserem und einem benachbarten Hotel, Cola mit Gin, heimliche Gespräche auf verschlossenen Toiletten, zerfetzte Strandliegen,  Nächte am Strand mit Mondschein und rieselnden Sand, die Guardians!, einem 1.000.000.000 $ Papierflieger, einem Auftauen mit anschließender Selbsterkenntnis und vieles mehr.

Als wir dann Hotel aus dem Hotel kamen um den Bus mit Richtung Heimat und Zivilisation zu besetzen, sah es bestimmt so aus wie in der frühen Szene von From Dusk till Dawn als die beiden Gecko Brüder die brennende und explodierende Tankstelle verließen. (In der geschnittenen Fassung ist es die erste Szene. In der uncut Version kommt sie ein ganzes Stück später.) Wir verließen also dieses Trainingslager für zukünftige Gefängnisinsassen oder Billigaltersheimbewohner und fuhren wieder mit einem viel zu müden Busfahrer gen Norden. Da hörte ich dann ganz viel das Lied “Narayan” vom Prodigyalbum, weil das so ziemlich das einzige Entspannende war, dass in den letzten 7 Chaostagen passiert ist und ich konnte nun auch rückblickend ein bisschen den Spaß verstehen den die Mongolen, Wandalen oder Wikinger hatten als diese in fremden Ländern plünderten und brandschatzten.

Hach war das eine schöne Zeit. Eine schöne Zeit in welcher mein Fat of the Land Album gespielt wurde wie nie wieder danach.

Ich erzähl jetzt mal von früher, weil das kann ich ja ganz gut… Teil III/1

Das lange Warten ist vorbei. Nun also endlich der lang erwartete dritte Teil des großen Epos rund um die schlechte Musikauswahl auf Klassenfahrten.

Anno Domini 1997

Genitalien? Nein! Gen Italien! Da fuhr unser Bus hin und schlau wie Fuchs habe ich mir einen Fensterplatz ergattert, um die Aussicht zu genießen und nicht von störenden Rumlaufern des nächtens angerempelt zu werden.  Gut gedacht, aber leider nicht einkalkuliert war mein ca. 2,30 m  großer Reisegefährte, der echte Probleme hatte seine Beine in den arg begrenzten Stauraum zu parken. Es muss ungefähr ausgesehen haben wie eine Schnake/Schuster/Schneider den man in ein Matchboxauto klemmt. Wieso hat dieses langbeinige Vieh so viele Namen? Laut Wikipedia hat diese Schnake sogar sage und schreibe 27 weitere volkstümliche Bezeichnungen, von der mir der Begriff “Kothammel” am diskriminierensten vor kam. Nun saß ich also neben einem sogenannten Kothammel (Eigentlich mag ich die Person, aber in den 24 Stunden hätte ich wahnsinnig werden können und jeden der mich einklemmt so genannt) und nach einigen Stunden musste ich doch über ziemliche Rücken- und Gliederschmerzen klagen. Wir wurden in Sport in so ziemlich allem gedrillt, jedoch die Sportart “Eingeklemmt sitzen” kam da nicht vor. Das Musikstück, das die meiste Zeit im Bus gespielt, gesungen, gejohlt oder pantomimisch nachempfunden wurde war der Take That Hit “Everybody” Gerade die Bank mit den Schmuddelkindern hinter mir sangen es immer wieder und auch ein Ghettoblaster blastete durch die Masse an Jungkröten (uns).

Als es dann spät nachts wurde, die Musik endlich ihren Geist aufgab und endlich so etwas wie Ruhe einkehrte, tröpfelte der Regen durch das Busdach auf einen Mitfahrer irgendwo links vorne. “Heey! Bei mir regnets durch!” Nun wurden die Leute wieder munter und keiner konnte seine Schadenfreude wirklich verdecken als Besagter seine Klamotten auf dem Gang auswringen konnte, doch als dann derjenige mit der meisten Schadenfreude plötzlich aufrief, dass es nun auch bei ihm rein regnete gab es kein halten mehr. Überall regnete der süddeutsche-schweizerisch-österreichische Regen in den Bus rein. Wo noch? Natürlich bei mir. Bei mir eingeklemmten Person. Mein Sitznachbar hat seine Beinproblematik gelöst, indem er die beiden Sitznachbarn auf der anderen Seite des Ganges verscheuchte, sich nun quer über den Gang auf die Bänke legte und so sein Nickerchen hielt. Hat der das gut. Ich rette meine Sachen aus der Regenzone und versuchte mich weg vom Rinnsal kläglich im kerzengeradem Sitzschlaf. Irgendwann früh morgens als es noch dunkel war und der Busfahrer aus Müdigkeit immer wieder mit dem Kopf gegen sein Lenkrad prallte, verlangte unser Klassenlehrer eine Pause. In einer finsteren Berglandschaft konnte ich dann meine Knochen neu sortieren.

Kleiner Zeitsprung.

Ein Bus mit einer ranzigen und inzwischen gar nicht mehr so froh gelaunten Jahrgangsklasse rollt durch die heiße Mittagssonne Norditaliens. Bei einem Zwischenstopp entdeckte ich von meinem Fensterplatz aus eine kleine Echse am Wegesrand. Ein Mitschüler vor mir und ich tauften sie Sancho im Gedenken an die beiden Zeichentrickkröten Sancho und Pancho. Danach probierten wir eine A-Capella Version von Sonic Empire von den Members of Mayday. Wir waren eben unausgeschlafen, verkatert, rochen nach 20 Stunden engster Busfahrt und waren somit geistig offen für den Technochartbereich.

Irgendwann ist auch die längste Busfahrt zu ende und da waren wir nun. Das Städtchen Cesenatico an der Adria. Wir fuhren von Hotel zu Hotel und eines war schöner als das andere, aber als die Strecke immer länger wurde und die Hotels immer mehr an Sternen verloren hielten wir doch schliesslich an einem Schuppen, der wahrscheinlich seine Glanzzeit in den 70er Jahren hatte. Jedenfalls konnte man das durch die Scheiben an dem Mobiliar erahnen, welches wir ja aus Bud Spencer und Terence Hill Filmen kennen. Das sollte also unsere Bleibe sein. Naja. Geht so. Doch au contraire! Das war nicht unsere Hotel. Das befand sich hinter dem Seventies-Musuem. Und das mit recht, denn es handelte sich um eine Bruchbude aller erster Güte. Die Glanzzeit dieses Hotels hat es entweder nie oder nur in einem verrückten Paralleluniversum gegeben.

Also bezogen wir unsere “Zimmer”. Ich versuche mal dieses “Zimmer” zu beschreiben. Es war ungefähr 12 m² groß und ein grünbezogenes Doppelbett auf dem wahrscheinlich schon so manch ein Mensch mit politisch extremen Ansichten verblutet ist. Daneben ein Gebilde welches als Schrank dienen sollte. Leider gab es nur geschlagene 2 Kleiderbügel für 5 Insassen und somit war der “Schrank” ziemlich sinnlos und diente eher als Klamottenhalde. Um die Sinnlosigkeit dieses “Schrankes” noch zu unterstreichen fehlten in den Schubladen die Böden…Har Har. Aus welchem Gimmick-Geschäft oder von welchem Sperrmüll die dieses Prunkstück der Sinnlosigkeit her hatten, will ich gar nicht wissen. Es fehlte eigentlich nur noch, dass die Schranktüren nach innen zu öffnen gewesen wären. Lustigerweise stand dieser Schrank vor einem zweiten mysteriösen Ausgang. Unser Zimmer hatte also 2 Ein- und Ausgangstüren wovon eine eben mit einen “Schrank” zugestellt war. Neben der normalen Tür stand ein Gestellt, welches eine schlechte Variante eines Stapelbettes darstellen sollte. Man hatte einfach zwei Stangenbetten aufeinander gestellt und dann mit Klebeband fixiert. Ein kleines Schreibtischchen mit wackeligen Holzstühlchen rundete die wildromantische Knastatmosphäre ab. Doch Problem war jetzt nicht nur rein mathematisch: 5 Leute – 4 “Betten”. Eiligst karrte dann ein Kerl vom Personal eine Art Pornobett an. Eine Stangenklitsche mit monströser Federung und einer abwaschbaren Schaumgummimatratze. Jedoch lag der Nutzer in diesem Ding nach dem ersten Liegeversuch wie in einer Hängematte und hatte auch die nächsten 7 Tage nicht viel Spaß mit dem Ding. An der Wand mit dem Selbstkonstruierten Stapelbett hing auch mal ein Bild an der äußerst geschmacklosen Tapete. Das konnte man deutlich an dem Rand erkennen, den dieses Bild dort hinterlassen hat. Ich schätze mal, dass es ein Bild von Mussolini war, welches eiligst bei unserer Ankunft abgehängt wurde, um uns nicht all zu sehr zu empören. Zum Schluss müsste ich noch das Bad erwähnen, welches einen leichten Sketchcharakter inne hat. Auf den ersten Blick war alles ok. Aber bei der näheren Betrachtung und gerade bei der ersten Nutzung fällt auf, dass es nicht gerade günstig ist einen Duschkopf direkt gegenüber der Toilette anzubringen. Diese wird nämlich beim Duschen gleich mit geduscht und somit erübrigt sich eine gründliche Kloreinigung. Eigentlich konnte man beim Stuhlgang auch gleich duschen und so morgendliche Zeit sparen.  Vielleicht auch eine Idee für gehbehinderte Menschen. Der Wasserhahn sah aus wieder jeder andere westlich orientierte Wasserhahn nur der Inhalt, den dieser ausrotzte war ein Schlag ins Gesicht für uns hygienisch einwandfreien Menschlein. Es kam nämlich erst eine braune Brühe heraus und dann mit der Zeit klares Wasser, welches aber verdächtig roch. Wir einigten uns dann darauf, dass wir unsere Zähne nun mit Wodka aus dem nahe liegenden Schnapsladen putzen würden. Dieser war wenigsten klar, roch nicht so stark und wirkte doppelt anti-bakteriell.

Ich baute mein Radio mit CD-Player auf und fragte nach den CDs, die jeder mitbringen sollte. Leider war auf die anderen nicht so sehr Verlass und diese meinten, dass sie es nicht richtig mitbekommen hätten, dass sie etwas an Musik mitbringen sollten. Nun wurde ich zum DJ mit 3 1/2 CDs. In meinem Gepäck befand sich nur die brillante Fat of the Land von The Prodigy (von unserem Russen “Prododogy” genannt), die Jamiroquai – Travelling without moving und die U2 – Discotheque. Als Spaßergänzung das oben genannte Lied Sonic Empire. Drei gute Alben für 7 Tage… es wird eng. Nach einigem Rumfragen fand ich heraus, das mein Reisebegleiter mit den langen Beinen eine ganze CD Sammlung am Start haben sollte. Freudig fragte ich nach einigen Titeln und ob ich mir vielleicht auch mal etwas ausleihen könnte. Jedoch war seine Auswahl für meine Bedürfnisse mehr als niederschmetternd. Er hatte doch wirklich mehr oder weniger die gesamte Diskographie der BeeGees in seinem Schnakenkoffer mitgenommen.

Eines ist sicher. Es wird noch viel passieren.

Ende Teil 1

Wir steigern das Bruttosozialprodukt!

Die Politik schwärmt uns in letzter Zeit vor, dass wir alle demnächst mehr Geld in der Tasche haben werden. Aber wie soll das denn bitte schön gehen ohne dabei Schulden zu machen? Es ist ganz einfach und man bedient sich eines simplen mathematischen Tricks mit dem alle durchschnittlich mehr Geld haben könnten.

Nehmen wir mal an, dass da zwei Wohnblocks sind. In dem ersten Wohnblock wohnen nur 5 Leute, die monatlich folgende Beträge netto verdienen:

Person A = 900 €

Person B = 800 €

Person C = 700 €

Person D = 600 €

Person E = 500 €

Wenn mann nun alle Einkommen zusammenzählt, dann erhält man ein Gesamteinkommen von 3.500 € verteilt auf 5 Leute, also 3.500/5 = 700 € durchschnittliches Einkommen in diesem Block.

Im Wohnblock neben wohnen nur 4 Leute, die nur ganz wenig Einkünfte haben:

Person F = 400 €

Person G = 300 €

Person H = 200 €

Person I = 100 €

Also ein Gesamteinkommen von 1.000 € und bei 4 Personen 250 € durchschnittlich.

Gerade viel verdienen also beide nicht… Wie können wir also es schaffen, dass beide bei der nächsten Bundestagswahl uns wiederwählen? Ganz einfach: Wir setzen Person E vom ersten Block in den Zweiten. Dann ergibt sich nämliches Folgendes:

1. Wohnblock

600+700+800+900 = 3000 / 4 = 750 €

2. Wohnblock

100+200+300+400+500= 1500 / 5 = 300 €

Toll! Alle haben ein durchschnittlich höheres Einkommen und mein Papi hat keinen Pfennig zugezahlt. In beiden Wohnblocks haben die Bewohner durchschnittlich 50€ mehr Geld in der Tasche! Die nächsten Wahlen können kommen…

Vergessenes Yum Yum

Folgenden Text habe ich vor langer Zeit verfasst, jedoch nie veröffentlicht. Was eigentlich nicht schade ist, denn er ist doch irgendwie hölzern, da der Bericht ziemlich aus dem Stand geschrieben wurde und ich dabei etwas unter Zeitdruck war.

Yum Yum

Ein Bericht über eine asiatische Instant-Nudelsuppe

Also etwas skeptisch war ich schon als ich die Nudelsuppe von Yum Yum inder Hand hielt, doch was soll man machen, wenn man gerade mal 2,50 € in der Tasche hat, aber für zwei Tage was Kleines zum abemdessen haben möchte? Dann kann man sich entweder die billige 3er Packung Tiefkühlpizza kaufen oder eben Yum Yum. Vorteil bei der Nudelsuppe – Sie geht nicht so sehr auf die Hüften wie die Pizza und ist auch nicht ganz so trocken. Yum Yum gibt es in den verschiedenen Geschmackssorten: Shrimp, Beef Chicken, Curry, Ente und ein bizarres Thai Suki. Was Thai Suki ist, dass weiß ich bis heute nicht. Ich habe Thai Suki auch nicht gekauft, denn vielleicht heißt Thai Suki ja: “Erdbeermarmelade mit Thunfisch” oder “Reste vom Küchenfußboden”. Ich habe mal im Internet recherchiert und herausgefunden, dass es auch noch Sorten wie “Kimchi”, “Pork” und “Tom Yum Shrimp”  von asiatischen Koch- und Essfans feil geboten werden.

Ich kaufte mir also ein paar Packungen Curry und eine mit Ente, weil ich beides eigentlich immer sehr gerne im Chinarestaurant am Markt bestelle. Jemand sagte einmal, dass Entenfleisch zu trocken wäre um genießbar zu sein, aber ich denke, dass Entenfleisch sehr lecker ist überhaupt nicht trocken ist. Diese Leute wissen doch gar nicht was trocken ist. Haben die schon mal Gyros beim Griechen gegessen? Bestimmt nicht! Da wird nämlich gerne mal grobknorpeliges Aas über offenen Feuer zu Brikettfetzen gekokelt und dann als Delikatesse serviert. Dazu gibt es einen Schlangenfraß von Beilage, welcher wahrscheinlich in jedem anderen Restaurant längst in den Orkus des Mülleimers gelandet wäre. Den Namen des Restaurants, in welchem ich so etwas mal geboten bekam, werde ich aber nicht verraten.

Ich schweife vom Thema ab. Ich habe mir nun abends mir erst maleine Packung Yum Yum Curry zubereiten wollen. Schere geschnappt und Schnipp-schnapp! Die Packung geöffnet. Ein angenehmer Duft von Curry strömte aus der kleinen Tüte. Ein sogenanntes Nudelnest und ein kleines Beutelchen fluppten aus der quäkig-gelben Verpackung. Nun darf man entscheiden: entweder man kocht sich heißes Wasser und schüttet es in einer Schale mit den Nudeln und verrührtdas Ganze mit dem Pulver aus dem kleinen Beutelchen oder man nimmt einen altmodischen Kochtopf und bereitet es wie ganz normale Nudeln zu.  Ich entschied mich für die 2. Möglichkeit. Also flugs den kleinen Henkeltopf auf den Herd gestellt und 350 ml Wasser reingeschüttet. Während das Wasser langsam anfing zu köcheln, riss ich das kleine Beutelchen mit dem Gewürz auf, um mal daran zu schnuppern. “Curry! Eindeutig Curry.” War mein erster geistreicher Gedanke. Lecker, lecker. Ich mag Curry. Also Nudeln ab in den Topf und Pülverchen drauf. Gesagt – Getan. Nach den empfohlenen 3 Minuten schwebte ein leckerer asiatischer Duft durch die Küche. Ich ließ die Nudeln trotzdem noch etwas ziehen, denn al dente mag ich Nudeln überhaupt nicht. Also noch einen kleinen Augenblick gewartet und dann ab in die Schüssel.

Jetzt steht man vor der 2. kniffligen Frage: Esse ich das Ganze mit Gabel, Löffel oder gar beidem? Original Essstäbchen habe ich nich und die alten Schaschlikspieße vom Grillfest letztenjahres wollte ich nicht umfunktionieren. Ich habe zuerst das Ganze  mit einem Löffel versucht zu essen. Es kam mir vor wie ein schlechter Sketch… dauernd rutschen die Nudeln runter. Ich versuchte wie ein Fischer einzelne Nudeln zu erwischen und war stolz, wenn ich mal eine erwischt habe und dann endlich genießen konnte. Genauso gut hätte ich versuchen können mit Boxhandschuhen zu essen. Folglich wurde der Löffel verflucht und durch eine Gabel ersetzt. Jetzt waren die Nudeln dran! Eine nach der anderen verschwand vom Teller und durfte sich dann in meinem Magen weiterrekeln. Nach um nach entstand ein neues Problem. Die flüssige Suppe… Suppe mit eine Gabel essen ist so gut wie nicht möglich. as ist eher was für schräge Leute, die sonst nicht besseres zu tun haben. Leute, die siamesische Briefmarken sammeln, mit einem Leguan an der Leine spazieren gehen und ihren Wagen aus der Garage ziehen, um so ein paar Meter Benzin zu sparen. So einer bin ich eigentlich nicht. Ich kann zwar meine Tagespläne ziemlich genau auf einen Zeichenkarton niederschrieben und habe sogar genug Zeit um so einen merkwürdigen Bericht wie diesen über Instant-Nudelsuppen zu schreiben, aber schräg bin ich nicht.

Zurück zür Süpp. Sie schmeckt herrlich nach Curry. Der Name auf der Verpackung hat nicht zu wenig versprochen. Ich kann den Geschmack jetzt nicht analysieren wie manch ein Weintrinker seinen edlen Tropfen und deswegen so was wie blumig oder hölzern rausschmecken. Trotzdem mundete das Nudelgeschnetz mir sehr gut und kann sie getrost allen Freunden des schnellen, günstigen, scharfen Essens nur wärmsten empfehlen.

Einen Tag später machte ich mich über die Packung mit dem Entengeschmack her. Die Kochprozedur muss ich ja hier jetzt nicht wiederholen. Es ist immer das Gleiche. Wasser kochen, Nudeln mit Puver rein, paar Minuten warten, fertig! Das Einzige was erwähnenswert scheint ist der Inhalt des YumYum Beutels. Es befinden sich sage und schreibe 3 kleine Tüten verschiedensten Inhalts darin. Im ersten war eine gallertartige  Flüssigkeit. Sah ziemlich eklig aus. Sollte wohl das auf der Verpackungsfront offerierte Öl sein. Im zweiten Tütchen war ein grünes, undefinierbares Gewürz und im Drittendas ein wahrscheinlich scharfes, rotes Gewürz. Von Ente sah und roch man nicht viel. Nachdem ich von den Fehlern des Vortages gelernt habe,  habe ich mich nun zum zum Verzehr der Nudeln mit dem gleichzeitigen Gebrauch von Löffel und Gabel entschieden. Ich wickelte die Nudeln wie Spaghetti auf und tunkte sie noch einmal in die Suppe. Klappte super. “Für den Verzehr eignet sich am besten die Spaghetti-Esstechnik” sollte man vielleicht noch die Verpackungsrückseite aufdrucken. DerGeschmack war auch hier wieder angenehm scharf. Schon fast schärfer als die Curryvariante. Nichtsdestotrotz liebe ich scharfes Essen. Vor Chili con Carne kann ich selten halt machen und vor einiger Zeit habe ich in Berlin ein sogenanntes 3-Way Chili genießen dürfen. Chili con Carne, Makkaroniund das ganze mit Käse überbacken. In meinen Lebensmittelchart ein absoluter Tophit und in den obersten Top 5.Ob mir nun Ente oder Curry besser geschmeckt hat? Nun ja, ich würde sagen, dass das Curry ungefähr 0,5 Punkte mehr verdient hat, da es einhält was es verspricht. Ente schmeckt zwar auch toll, aber eben nur wenig nach Ente. Genauso gut hätte man eine Ente an dem Brühtopf vorbeigehen lassen können, um so einen Entengeschmack zu erhalten.

Zusammengefasst kann man sagen, dass die Yum Yum Gerichte Duck/Ente und Curry was für den kleinen Geldbeutel und den ebenso großen Hunger sind. Freunde des scharfen Essens haben hier ihre Freude. Die Nudeln werden nicht matschig oder bleiben eklig zäh, sondern lassen sich mindestens so gut essen wie die leckeren Spaghetti von Miracoli. Ein Beutel Yum Yum kostet € 0,39 und beinhaltet 60 Gramm Nudeln. Das reicht für einen Teller. Ich empfehle die Mischung aus 2 Beuteln für eine vollkommen ausreichende Mittagsmahlzeit. Warum nicht mal Ente und Curry mischen? Das werde ich demnächst mal tun.

Der Polizeikasper jagt einen gefährlichen Mann

Der Polizeikasper jagt einen gefährlichen Mann

Der Polizeikasper jagt einen gefährlichen Mann

Bitte nicht verwechseln

Gestern Nacht stand ich vor dem Kühlschrank und schaute auf die traurige abgepackte Wurst. “Lotsenwurst” prangte in weißer Schrift auf rotem Grund.

Langweilige Gedankengänge:  Wieso eigentlich Lotsenwurst? Ist da Lotse drin? Wo werden Lotsen gezüchtet? Was heißt Lotse auf englisch? wie erklärt man das Wort Lotse? – Eine Art Seemann der Schiffe… Ach ne, es gibt ja auch Fluglotsen…hm… Synonym für Lotse…Einweiser!

Doch dann der Knaller der Gedankengänge:

Lotse = Einweiser

Laotse = ein Weiser

Natürlich kommt so ein schöner Gedankengang kurz vor dem Einschlafen und ich habe wirklich gehofft, dass ich mich am nächsten Tag noch darin erinnere. Und wie man sieht: Es hat geklappt. Da bin doch ein wenig stolz auf mich, denn sonst vergesse ich so ziemlich alles, außer den Sachen, die anderen vollkommen unwichtig erscheinen. Ich frage mich, ob schon einmal jemand gerade diesen Gedankengang hatte. Wenn ja, dann würde ich ihn oder sie gerne einmal kennenlernen.

Kindermund (Schon einmal erzählt, jetzt vercomict)

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Nach dem Zoobesuch schwor sich Karl nie wieder ein Rumpsteak zu essen.

Karl und das Rump

Ich erzähl jetzt mal von früher, weil das kann ich ja ganz gut… Teil II

Hallo nochmal und willkommen beim zweiten Teil der großen Saga “Wir haben keine gute Musik im In- und Ausland II”

Nachdem Deutschland endlich wieder ein ganzes war und Globus und Atlantenhersteller sich die Finger rieben, folgte eine weitere Klassenfahrt im Jahre des Herrn 1992 nach Glücksburg.

Anno Domini 1992

Regen peitschte gegen das Busfenster. Die eisige Kälte ging durch Mark und Bein. Doch der Tau löste sich morgens schon auf und unerträgliche Hitze und Trockenheit lag flimmernd über dem Lande. Die Dächer bogen sich unter ihrer Schneelast.

So oder so ähnlich merkwürdig wie diese Wetterbeschreibung kam mir auch diese Klassenfahrt vor. Es wird mal wieder eine Klassenfahrt mit einem musikalischen Griff ins Klo werden, denn wir haben die Neuziger. Die Neunziger waren in vielerlei Hinsicht ein Verbrechen an der Musikwelt. Alles stürzte sich plötzlich auf Synthesizer und gute Songs wurden von der Industrie so gut wie möglich verwurstet. In den Musikvideos sang eigentlich immer eine Frau zu stampfenden Beat und ein Schwarzer tanzte dazu und rappte kurz was in die Kamera, bevor Madame wieder den Rhythmus angab. Dazu waren diese Leute fast immer unmöglich gekleidet. Nachwehen der ‘80er.

Nun waren wir also in Glücksburg angekommen. Ich kann mich nicht wirklich gut an diese Klassenfahrt erinnern, aber ich weiß noch, dass die Baracken, welche wir bewohnten irgendwie einen drahtigen Militärtouch hatten. Schrieb ich gerade drahtig? Elenden und grau würde besser passen. Vor diesen Blockhütten war als Freizeitbeschäftigung eine Tischtennisplatte aus Beton gegossen. Ein echtes Ungetüm, welches wahrscheinlich noch vom Hitler Architekten Albert Speer persönlich entworfen wurde. In den Baracken war es nicht viel gemütlicher als draußen. 10 aufgestapelte Stangenbetten sollte uns Quartier bieten. Vor dem Schlafgemach noch ein kleiner Aufenthaltsraum und ganz hinten eine Kasernendusche mit warmen Wasser für ungefähr 2 Minuten. Grandios, wenn man bedenkt, dass wir ca. 8 Bewohner sind und eigentlich so eine morgendliche Dusche begrüßten. Nicht so sehr begrüßen konnte ich die Musikauswahl, die die Mädchen da den ganzen Tag daherträllerten. Es war so ein typisches 90’s Lied… Ich schau mal kurz nach. Ja! Das ist es! Inner Circle – Sweat (A-la-la-la-la-long) Kotz! Würg! Noch heute erinnert mich dieses furchtbarer Lied an diese eigentlich gar nicht soo schlimme Zeit. Ich hab zwar echt Probleme in Mathe gehabt, da ich in der Grundschule nicht gerade die besten Voraussetzungen mit der Peitsche eingeprügelt bekommen habe (Siehe Teil I) und auch mein neuer Mathelehrer lieber Kopfstände auf dem Lehrerpult machte statt Unterricht, (Kopfstände auf Lehrerpult? Glaubste nicht? Erzähl ich später vielleicht mal) aber alle anderen Lehrer waren eigentlich Ok und die Klasse war auch wesentlich ausgeglichener.

Die Klassenfahrt war an sich reichlich unspektakulär und die kleinen Highlights waren eigentlich keine. Nachtwanderung, am Strand rumlaufen, Steine nach Schwänen werfen und ganz viel Ärger dafür bekommen, lange Nächte mit Autoquartetten und einer nicht ganz kindergeeigneten Satire-Zeitschrift “Kowalski”. Langweilige Highlights wie Knete im Aufenthaltsraum finden und irgendwelchen Mist damit fabrizieren, kalte Duschen und immer wieder A-la-la-la-la-Long-trällernde Mädchen.

Einziges Highlight war eigentlich bereits zum Anfang. es muss so erste oder zweite Nacht gewesen sein als zwei auf die Schnapsidee gekommen sind mal draußen ein bisschen sich umzukucken. also sind diese dann mit Taschenlampen und Diebesgeschick aus dem Fenster geklettert und haben einen Rundgang durch die nähere Umgebung gemacht. Als sie dann wieder gekommen sind, erzählten sie von dem Friedhof der nahe liegenden Kirche und das da ‘nen Grabstein geleuchtet habe soll. Daraufhin sind dann bestimmt 4 weitere so mutig und schlossen sich ihnen zu einem zweiten Nachtmarsch an. Da waren wir 4 braven, aber irgendwie übrig gebliebenen Insassen nun und warteten. Als dann draußen Gejohle und Gelächter in unseren Kabuff drang wollten wir auch mal sehen was da nun so interessant war. Also Vorhang auf und et voila! Draussen laufen die 6 Chaoten rum und werfen mit Frisbeescheiben. Verdammt! Merken die denn gar nichts? Der Lehrer schläft nur ein Haus weiter und die 6 Typen im Nachthemd veranstalten hier den unschwulen Christopher-Streets-Day. Pflichtbewusst öffnete ich das Fenster und wollte sie warnen, doch keiner hörte auf mich. ich dann raus und wollte gerade sagen, dass es jetzt wirklich der schlechteste zeitpunkt für sowas wäre, da stand plötzlich mein Lehrer neben mir und zeigte mit dem Finger auf mich: “Alle rein! Morgen Strafarbeit!” – “Ähhhm, ich wollte die gerade reinholen! Ehrlich!” – “Nix da! hab dich hier draussen erwischt und du bekommst die gleiche Strafe!”

Version für Hartgesottene aber dafür auch die ehrlichere Version: (Empfindsame springen einfach einen Absatz weiter) *langsam immer lauter werdend* Naaaaa toll. Den Rest der verschissenen Woche verbrachten wir nun damit nach jeder verdammten Mahlzeit den verkackten Abwasch zu machen. Bah! Können diese Fucker denn nur fressen? und wieso ißt nie jemand seinen Teller auf und man muss den stinkenden Scheiß dann auch noch entsorgen bevor man abwaschen kann? Tische putzen? Ach auch noch auf dem Boden kriechen und sauber machen? Da liegt noch ein ranziger Champignon in der Ecke? Ich hasse Pilze und dann auch noch so nen angegnabbeltes Ding mit bloßen Händen vom Fussboden auflesen? Ich glaub ihr habt nen Arsch auf! Ich wollte euch nur helfen und jetzt muss ich hier mit euch die Pissarbeit machen und den Diener für die Braven spielen! Während die Mädchen weiter ihr A-La-La-La-La-Long jubeln? Idioten!***

Version für die Empfindsamen: Ich habe die Strafarbeit nicht sonderlich wohl gemocht.

Tagelang Frondienste und Inner-Circle. Das war wirklich nicht die beste Woche meines Lebens. Ein herber Schlag gegen das Gerechtigkeitsempfinden meines Sternzeichens Waage!

Nächstes mal geht’s ab ins sonnige Italien ‘97!

Ende Teil II von V

Ich erzähl jetzt mal von früher, weil das kann ich ja ganz gut… Teil I

Mahlzeit allerseits!

Eine neue Kategorie ist heute entstanden. Sie lautet: “Ich erzähl jetzt mal von früher, weil das kann ich ja ganz gut…” Das ist nen super Einsteiger, wenn man was von damals oder eben früher erzählt. Es hat so ein wenig was von dem ewigen “Ja, Hallo erstmal. Ich bin mir nicht sicher, ob sie es schon wussten, aber…” von Rüdiger Hoffmann als er noch witzig war.

Mit meinem fortgeschrittenen Alter, aber immer noch mopsfidel und guter Dinge, kann ich ja schon von früher erzählen, weil es ja auch inzwischen mehr als ne ganze Dekade zwischen mir und den jüngsten Fröschen, die ich als Freunde oder gar Verwandte bezeichne liegt. Ich kann natürlich keine Geschichten vom Kriege zum besten geben und auch nicht von den alten Kameraden berichten. Ich habe auch keine Hänse, Gustave oder Wilhelme in meinem näheren Freundeskreis, obwohl mir gerade das Wort Gustave ins Auge springt. Klingt irgendwie wie ein Begriff aus der Musik.

Doch zurück in die graue Vergangenheit und dem Beginn der Geschichte: “Wir haben keine gute Musik im In- und Ausland I”

Anno Domini 1990

Ich war noch auf der Grundschule in der 4. Klasse und sollten zum Abschluss noch einmal Sylt unsicher machen. Wir waren eine Klasse aus 5 Jungs und mindestens drei mal so vielen Mädchen. Was nicht gerade so schön war, denn in dem Alter sind Mädchen aus der Sicht von Jungs einfach nur doof. Doch das schweißte unsere kleine Jungsgemeinschaft noch viel mehr zusammen. Wir waren der schmuddelige Patrick, der Torsten mit den Borsten, der Kasper-Jan, der sportliche Christian und der stets mit den Gedanken woandersseiende ich. Ich kann mich eigentlich wirklich nur ganz vage an die Klassenfahrt erinnern, weil ich auch so ziemlich alles andere aus der Zeit verdrängt habe. Die Zeit in der Grundschule war nämlich nicht nur aufgrund des Mädchenüberschusses unschön, sondern auch durch die Tatsache, dass jeder irgendwie Probleme mit der Klassenlehrerin hatte. Das war wirklich kein Zuckerschlecken mit der. Wenn jemand z.B. in Sport nicht mitmachen wollte, weil dieser jener vielleicht Angst hatte vor dem Kastenspringen oder kein Seilspringen konnte, dann wurde dieser in die Ecke der Sporthalle gestellt und alle musste dann mit dem Finger auf den selben zeigen und dann auslachen. Den Rest der Stunde durfte der arme Tropf dann im geschlossenen Geräteschuppen verbringen. So war das bei uns! Käpt’n Ahab und Käpt’n Bligh von der Bounty in einer Person durfte uns durch die Schule prügeln. Sir Winston Churchill prophezeite einst etwas von Blut, Schweiß und Tränen. Bei uns traf sein Fluch dann ein. Doch zurück zur lustigen Klassenfahrt. Tagsüber durften wir lange Fußmärsche zurücklegen. Wir sahen wahrscheinlich aus wie die Zwangarbeiter aus dem Film “Die Brücke am Kwai” nur eben mit Gummistiefeln und kleiner. Abends wurden dann Brettspiele wie “Wer ist es?” oder auch mal Tischtennis gespielt. Ich hatte auch so ein tolles Telespiel vom Film Werner mit. Wer jetzt nicht weiß was das ist: Ein Telespiel war so ‘ne Art Vorläufer vom Gameboy und hatte eigentlich immer nur zwei Tasten. Aufgabe in dem Spiel war es Motorräder zu überholen und das Spiel wurde dabei langsam immer schneller. Jedenfalls war das Teil die Woche über ein heimlicher Star in unserem Zimmer.

Nachts haben wir immer mit Taschenlampen irgendwelchen Unfug gemacht und aus Witzbüchern vorgelesen. Ich habe so ein Geisteswerk letztens sogar wieder gefunden und mal daraus gelesen. Meine Herren! Wir waren damals noch sehr leicht zu erheitern. Ich weiß noch, dass Torsten immer als erstes einschlief und dann immer mit offenen Mund gepennt hatte. Da ich in dem Etagebett über ihm schlief, konnte ich dann ihm immer wie ein Zahnarzt in den Mund leuchten und die Stimmung erreichte dann prompt den Siedepunkt.

Nebenbei: Schmuddel-Patrick hieß so weil er irgendwie immer nach Rauch roch, irgendwie ungewaschen und wie eine vergessene Fensterpflanze aussah. Dazu eine große Bill-Gates Gedächtnisbrille. Der Kasper-Jan hieß so, weil er immer etwas vorlaut war und häufig in der Klasse alleine in der Mitte an den sogenannten Kaspertisch sitzen musste. Eigentlich war dieses aber dann keine Bestrafung, sondern eher eine Bühne für ihn, denn jetzt konnte ihn immer jeder sehen und hören was er gerade so machte (und er machte viel). Der sportliche Christian war wirklich ‘ne Granate in Sport. Keiner kam auch nur annähernd an seine Leistungen heran. Dafür schwächelte er leider in so ziemlich allen anderen Fächern. Der Torsten mit den Borsten ist nun wirklich keine Neuheit. Als er allerdings dann eines Tages aufgrund einer unfreiwilligen Läusebehausung in seinen Haaren mit einer Glatze in der Schule ankam, hatte er sich seinen Spitznamen automatisch vergoldet. Jedoch ist ja bekanntlich nicht alles ist Gold was glänzend ist. Glänzend war jedenfalls für die nächsten Tage sein Haupt. Und ich? Ich war wahrscheinlich der Typ, der vom Unterricht nichts mitbekommt, weil er sich mit anderen Sachen beschäftigt hat. Ich habe mich zu meiner Rechten mit Torsten unterhalten oder zu meiner Linken mit dem Kasper-Jan amüsiert, falls er dann mal wieder auf seinen ursprünglichen Platz wieder setzen durfte.  Mich haben meine Zeichnungen oder Tagträumerein einfach mehr begeistern können als so was wie Mathematik oder das merkwürdige HSU (Heimat – und Sachkunde). In HSU haben wir dann so Sachen gelernt wie “Wie funktioniert eine Glühbirne?” oder “Die Kreise in Schleswig-Holstein und ihre Kreisstädte” (Vor allem der witzige Name Ratzeburg hat’s mir damals angetan) In Musik haben wir allen ernstes mal Tierlaute machen sollen und als dann eine Mitschülerin ein Lineal 3/4 über die Tischkante legte und dieses dann an der überstehenden Seite nach unten drückte und wieder los lies, wurde doch wirklich von meiner Klassenlehrerin behauptet, dass sich das wie eine Ente anhöre. Für mich klang es wie ein Lineal, dass auf eine Tischkante gelegt, gespannt und losgelassen wurde. Heute würde ich es als eine Art Zeichentrick-Erektions-Geräusch bezeichnen.

Zurück nach Sylt: Morgens wurden wir dann immer von einem super-krächzigen und viel zu lauten Lautsprecher geweckt. Es wurden dann immer irgendwelche mehr oder weniger aktuelle und bei Kindern beliebte Lieder aus dem Krächzteil gepresst und sollte uns so auf den lustigen Dauermarsch durch Sturm und Sand von Rantum nach Westerland motivieren. Am Frühstückstisch gab es dann belegte Graubrotscheiben oder übrig gebliebene Brötchen von den Tafeln oder einer anderen Wohlfahrtsorganisation. Für mich als damaliger Nutella-Freak gab es nicht wirklich guten Ersatz. Nur der Kakao konnte einigermaßen als eine Art Dip für mein Steinbrötchen herhalten. Ein wenig wie im Knast.

Dann war wieder Dauermarsch angesagt. Ich kann euch nur sagen, dass die 7,5 Kilometer als kleiner Pimpf mit Gummistiefeln am Strand die Hölle sind. Da sieht man Westerland schon vom weiten und es kommt auch nach Stunden irgendwie nicht näher. Als wir dann endlich da waren, wurden wir auch sofort mit einem Bus wieder ins “Heim” gefahren. Dort wurden dann erstmal die Blasen an den Füßen aufgestochen. Auauau. Kein guter Tag.

Doch jeden Morgen Gequäke und Gedröhne aus dem verfluchten Lautsprecher. Immer die selben “Hits”. Einzig schön war es mal als dann ein einziges mal die Titelmelodie von Werner – Beinhart gespielt wurde. Geil,geil,geil. Ein Film, den wir eigentlich aufgrund unseres Alters nicht kannten, aber die Figur Werner um so mehr liebten. Frühstück – Zwangsarbeit – Abendessen – Quatsch machen. So vergingen die Tage wie in Zeitlupe. Ein Abend war besonders schrecklich, weil da sollten wir dann mal spontan ein Liedchen für die Lehrerin lernen und dann zusammen singen. “My bonnie is over the ocean” ist wahrscheinlich der Titel, den ich wohl bist heute am meisten hasse. Vor allem weil keiner was mit dem Text anfangen konnte. Keiner von uns war damals wirklich dem englischen mächtig und so hat man dann frei übersetzt, dass da wohl eine Frau namens Bonnie auf einem Ozean ist und dass sie doch bitte wieder herkommen möge. *Sing Sang*  Ich lag auf einem Pillo (Keine Ahnung was das sein sollte) Ich lag auf meinem Bett, ich lag dann wieder auf dem ominösen Pillo und träumte, das diese Bonnie tot wäre. *Sing Sang* Winde gingen über den Ozean und brachten mir dann die tote Bonnie zurück (angespült wahrscheinlich). Ein furchtbares Lied!

Bei einem unserer Märsche ging dann beinahe unser Christian und unser Torsten verloren. Wir besuchten gerade die ziemlich abseits gelegene Wanderdüne als beide plötzlich nicht mehr bei uns waren. Wir durften dann mit dem Aushilfslehrer weiter gehen, während die Olsche Peitschenlady alias meine Klassenlehrerin sich auf die Suche machen durfte.Hui. das war aufregend. Wenn die von der Düne verschluckt worden wären, dann hätte sie bestimmt ganz viel ärger bekommen und müsste bestimmt ins Gefängnis, allerdings war der Preis uns dann doch zu hoch und wir waren dann doch froh als 3 uns wohlbekannte Gestalten endlich wieder einholten.

Zusatzerinnerung: Während der Wartezeit habe ich mir an einem gammligen Kiosk bei einem gammligen Kioskverkäufer eine rosa Dose mit Hubbabubba Limo gekauft. die Dose war noch Jahrelang in meinem Besitz.

Doch auch jede Strafexpedition hat mal ein Ende und wir waren doch sehr froh nach einer langen Zugfahrt wieder in heimischen Gefilden zu sein. Das war eine Woche voller Strapazen, schlechter, lauter Musik und Erkenntnissen von Torstens Mundhöhle.

Epilog

Patrick habe ich nach der Grundschule eigentlich nie wieder gesehen und weiß bis heute nicht was er macht

Torsten ist mit mir zur realschule gegangen und war dann noch auf einer weiterführenden Schule. Mehr weiß ich nicht.

Kasper-Jan wurde damals mein bester Kumpel und wir sind dann auch zusammen zur realschule gegangen und haben noch lange Kontakt gehabt. Inzwischen hat er geheiratet.

Christian hat sich als Jugendlicher leider durch einen Unfall selbst erschossen. Sehr traurig.

Und ich bin nach der Realschule auf diversen Schulen und noch diverseren Arbeiten und Diensten nachgegangen. Mir geht’s soweit gut und momentan schreibe den Abschluss dieser Geschichte.

Ende Teil I von V

Die Welt lag 2,8 Dekaden im Irrtum

Worum geht es? Vielleicht einen Verhörer? Könnte ich machen. Ich habe wirklich bis vor ein paar Tagen gedacht, dass Louis Armstrong in seinem allround Klassiker “Wonderful World” in der Passage

“I see skies of blue
and clouds of white.
The bright blessed day,
the dark sacred night.”

folgendes gesungen hat:

“I see skies of blue
and clouds of white.
The bright blessed day,
the dogs say good night.”

Doch eigentlich wollte ich nicht über diesen Irrtum schreiben, sondern über die ungehöre Unglaublichkeit, die mir letztens passiert ist. Da saß ich nun vor dem StudiVZ und wollte irgendetwas Geistreiches oder Geistloses in den unbeliebten Buschfunk tippen und mal wieder etwas in den Freundeskreis ölken (ausgedachtes Wort, könnte falsch sein). Also stellte ich eine Frage über das Spielverhalten von Kindern. Kurz darauf ereilten mich plötzlich ungläubige Fragen über diesen kleinen Satz. Ich fand die Fragen eigentlich eher typisch “ach, ihr-seit-ja-zu-jung-dafür” aber nachdem ich auch schon von gleichaltrigen und sogar älteren gefragt wurde, wollte ich schnell recherchieren und es diesen Leuten allen zeigen. Doch meine Suche bei Google ergab satte 0 (sprich: Null) Ergebnisse. Ich schaute nochmal in das kleine Eintippselfenster, ob ich auch alles richtig geschrieben hatte. Doch vergebens. Mein Suchbegriff ergab wirklich keinen einzigen Treffer weltweit. Was hatte ich da eigentlich gesucht? Was hatte ich ins StudiVZ eingetragen? Ich habe eine kleine Frage gestellt: “Spielen Kinder eigentlich noch mit Propperpfeilen?” Doch die Suche nach Propperpfeilen verlief äußerst ergebnislos. Kein Mensch auf dieser Welt außer mir anscheinend kennt Propperpfeile! Als ich noch in dem Alter war als Waschbecken noch ziemlich hoch waren und sowas wie Schule noch ziemliches Neuland war, da gab es diesen Begriff zwischen mir und zwei Nachbarskindern. Einer der beiden hatte sogar einen zum bloßen Werfen gegen Glasscheiben. Ihr wisst immer noch nicht was Propperpfeile sind?

Liebe Welt: Propperpfeile sind diese Spielpfeile mit ‘nem Saugnapf vorne dran. Muss man euch denn alles erklären? Ich finde aber, dass der Ausdruck “Spielzeugpfeile mit Saugnapf vorne dran” irgendwie nach Bundeswehrjargon klingt. Da gibt es ja auch die berühmten “Handschuhe, Winter, grau, links”. Das ist doch ausgemachter Käse. Propperpfeile heißen die Dinger, die man entweder in einen Bogen spannt oder ein ein Spielzeuggewehr mit echter Schussfunktion lädt. Die bleiben dann an Fensterscheiben oder glatten Oberflächen dann pappen. Man könnte auch Minipömpel oder Minisaugglocke dazu sagen.

Der Ältere von den beiden Nachbarjungs hatte eben sogar einen zum bloßen Werfen. Der Pfeil war so ca 20cm lang und der Saugnapf vorne hat nen Durchmesser von etwa 4-5 cm. Diese Angaben hören sich jetzt für manche Schweinchen wieder extrem lustig an (Kinder spielen mit ihren 20cm langen… Har Har! Durchmesser… Har! Har! Saugnapf…LOL/ Schweigt ihr Schwachmaten!)  Ach ja. Blau war er auch. (Der Pfeil – nicht der Nachbar) Nun liebe Welt weißt du was Propperpfeile sind und der allererste Eintrag in Google ist gemacht. Nach bald 29 Jahren wurde da aber auch Zeit.

2 Jahre in den Kleidern einer Toten

Juppheidi und Juppheida. Da bin ich ich schon wieder und habe Neues zu berichten. Doch Schluß mit Kasperlaune und loserzählt.

Aaaalso: Ich war mal wieder auf einen meiner Botengänge und sollte eigentlich nur ein Päckchen bei einer nahen Wäscherei abgeben. Warum bei einer Wäscherei? Weil der Reinungsfritze als Nebenverdienst mit dem Hermesversand sich auch mal etwas vergolden lassen möchte. Also was mir bei der Wäscherei schon immer aufgefallen ist, ist das alle Leute da gegen die Tür rennen. Die Eingangstür steht nämlich einen Spalt weit über und man denkt das man drücken muss, um den Laden zu betreten. Nix da. Bumm! Stirnabdruck an der Scheibe. Jedenfalls für die ganz eiligen Leute. Jetzt habe ich aber den Kniff raus und zögere jedesmal eine Sekunde vor dieser Tür und überlege, ob man nun ziehen oder drücken sollte. Die richtige Entscheidung fällt mir jedes mal leichter.

Doch was war nun in dieser Wäscherei so Aufregendes? Objektiv betrachtet nicht viel. Eine Wäscherin im Kittel, eine Wäschereimeisterurkunde an der Wand, eine Tür stand sperrangelweit offen und ich konnte ein Kind im Garten beim fröhlichen Schaukeln erkennen.  Achja, und eben ein Kunde, der auch recht unauffällig war. Er trug also jetzt keine karnevalsverdächtigen Klamotten oder wackelte auf einem Einrad vor dem Tresen. Nein, ein Typ vom Schlage “Normalo” Das einzig Interessante war aber die Geschichte (Neumund sagt auch Story) die da passierte.

Das Gespräch in das ich da reinplatzte ging um ein verwechseltes Kleidungsstück. Der Herr vor mir hatte nämlich eine schwarze Bluse, die nicht die seine war zurückgeben wollen. Die Wäscherin kucke etwas irritiert und suchte dann nach seinem Kleidungstück im Lager mit den sauberen Klamotten. Peinlich berührt schlich sie wieder heraus als die Suche sich als ergebnislos bzw. negativ erwies. Als aber der Herr meinte, dass er ja sogar Verständnis dafür hätte, dass sein Kleidungsstück nicht mehr vorhanden wäre, weil er das ja vor ca 2 JAHREN hier abgeben hätte, fiel der Waschfrau und mir doch die Kinnlade ein Stück tiefer. Er erklärte es damit, das er mal vor 2 Jahren ein schwarzes Hemd zum reinigen abgab und dann wohl in aller Eile den Fehler nicht bemerkt hätte und statt des Hemdes eine Damenbluse nun sein Eigentum nennen durfte. Als er nun das Hemd mal wieder anziehen wollte, wer er sehr verdutzt über diese Bluse und eilte zur Reinigung, um den Fehler zu beheben. Das alles war dem Mann offensichtlich peinlich, gerade wo ich als Aussenstehender in diesem ca. 10 m² großen Laden nur vielleicht einen Meter von ihm weg stand und jede Silbe mitbekam. Miss Blitzeblank hat jedenfalls kurz ihre Chefin angerufen, um die Sache mit der Garantie zu klären, allerdings wäre da nach 2 Jahren wenig zu machen und er durfte sogar das Hemd mitnehmen, weil die Vorbesitzerin inzwischen verstorben war. (Insiderwissen der Frau) Nun haben wir alle Drei etwas bekommen. Der Mann eine schwarze Bluse einer inzwischen toten Frau, die Wäscherin und ich eine Geschichte zum erzählen.

Zufrieden und eine kleine Geschichte reicher gab ich mein Paket ab.