Folgenden Text habe ich vor langer Zeit verfasst, jedoch nie veröffentlicht. Was eigentlich nicht schade ist, denn er ist doch irgendwie hölzern, da der Bericht ziemlich aus dem Stand geschrieben wurde und ich dabei etwas unter Zeitdruck war.
Yum Yum
Ein Bericht über eine asiatische Instant-Nudelsuppe
Also etwas skeptisch war ich schon als ich die Nudelsuppe von Yum Yum inder Hand hielt, doch was soll man machen, wenn man gerade mal 2,50 € in der Tasche hat, aber für zwei Tage was Kleines zum abemdessen haben möchte? Dann kann man sich entweder die billige 3er Packung Tiefkühlpizza kaufen oder eben Yum Yum. Vorteil bei der Nudelsuppe – Sie geht nicht so sehr auf die Hüften wie die Pizza und ist auch nicht ganz so trocken. Yum Yum gibt es in den verschiedenen Geschmackssorten: Shrimp, Beef Chicken, Curry, Ente und ein bizarres Thai Suki. Was Thai Suki ist, dass weiß ich bis heute nicht. Ich habe Thai Suki auch nicht gekauft, denn vielleicht heißt Thai Suki ja: „Erdbeermarmelade mit Thunfisch“ oder „Reste vom Küchenfußboden“. Ich habe mal im Internet recherchiert und herausgefunden, dass es auch noch Sorten wie „Kimchi“, „Pork“ und „Tom Yum Shrimp“ von asiatischen Koch- und Essfans feil geboten werden.
Ich kaufte mir also ein paar Packungen Curry und eine mit Ente, weil ich beides eigentlich immer sehr gerne im Chinarestaurant am Markt bestelle. Jemand sagte einmal, dass Entenfleisch zu trocken wäre um genießbar zu sein, aber ich denke, dass Entenfleisch sehr lecker ist überhaupt nicht trocken ist. Diese Leute wissen doch gar nicht was trocken ist. Haben die schon mal Gyros beim Griechen gegessen? Bestimmt nicht! Da wird nämlich gerne mal grobknorpeliges Aas über offenen Feuer zu Brikettfetzen gekokelt und dann als Delikatesse serviert. Dazu gibt es einen Schlangenfraß von Beilage, welcher wahrscheinlich in jedem anderen Restaurant längst in den Orkus des Mülleimers gelandet wäre. Den Namen des Restaurants, in welchem ich so etwas mal geboten bekam, werde ich aber nicht verraten.
Ich schweife vom Thema ab. Ich habe mir nun abends mir erst maleine Packung Yum Yum Curry zubereiten wollen. Schere geschnappt und Schnipp-schnapp! Die Packung geöffnet. Ein angenehmer Duft von Curry strömte aus der kleinen Tüte. Ein sogenanntes Nudelnest und ein kleines Beutelchen fluppten aus der quäkig-gelben Verpackung. Nun darf man entscheiden: entweder man kocht sich heißes Wasser und schüttet es in einer Schale mit den Nudeln und verrührtdas Ganze mit dem Pulver aus dem kleinen Beutelchen oder man nimmt einen altmodischen Kochtopf und bereitet es wie ganz normale Nudeln zu. Ich entschied mich für die 2. Möglichkeit. Also flugs den kleinen Henkeltopf auf den Herd gestellt und 350 ml Wasser reingeschüttet. Während das Wasser langsam anfing zu köcheln, riss ich das kleine Beutelchen mit dem Gewürz auf, um mal daran zu schnuppern. „Curry! Eindeutig Curry.“ War mein erster geistreicher Gedanke. Lecker, lecker. Ich mag Curry. Also Nudeln ab in den Topf und Pülverchen drauf. Gesagt – Getan. Nach den empfohlenen 3 Minuten schwebte ein leckerer asiatischer Duft durch die Küche. Ich ließ die Nudeln trotzdem noch etwas ziehen, denn al dente mag ich Nudeln überhaupt nicht. Also noch einen kleinen Augenblick gewartet und dann ab in die Schüssel.
Jetzt steht man vor der 2. kniffligen Frage: Esse ich das Ganze mit Gabel, Löffel oder gar beidem? Original Essstäbchen habe ich nich und die alten Schaschlikspieße vom Grillfest letztenjahres wollte ich nicht umfunktionieren. Ich habe zuerst das Ganze mit einem Löffel versucht zu essen. Es kam mir vor wie ein schlechter Sketch… dauernd rutschen die Nudeln runter. Ich versuchte wie ein Fischer einzelne Nudeln zu erwischen und war stolz, wenn ich mal eine erwischt habe und dann endlich genießen konnte. Genauso gut hätte ich versuchen können mit Boxhandschuhen zu essen. Folglich wurde der Löffel verflucht und durch eine Gabel ersetzt. Jetzt waren die Nudeln dran! Eine nach der anderen verschwand vom Teller und durfte sich dann in meinem Magen weiterrekeln. Nach um nach entstand ein neues Problem. Die flüssige Suppe… Suppe mit eine Gabel essen ist so gut wie nicht möglich. as ist eher was für schräge Leute, die sonst nicht besseres zu tun haben. Leute, die siamesische Briefmarken sammeln, mit einem Leguan an der Leine spazieren gehen und ihren Wagen aus der Garage ziehen, um so ein paar Meter Benzin zu sparen. So einer bin ich eigentlich nicht. Ich kann zwar meine Tagespläne ziemlich genau auf einen Zeichenkarton niederschrieben und habe sogar genug Zeit um so einen merkwürdigen Bericht wie diesen über Instant-Nudelsuppen zu schreiben, aber schräg bin ich nicht.
Zurück zür Süpp. Sie schmeckt herrlich nach Curry. Der Name auf der Verpackung hat nicht zu wenig versprochen. Ich kann den Geschmack jetzt nicht analysieren wie manch ein Weintrinker seinen edlen Tropfen und deswegen so was wie blumig oder hölzern rausschmecken. Trotzdem mundete das Nudelgeschnetz mir sehr gut und kann sie getrost allen Freunden des schnellen, günstigen, scharfen Essens nur wärmsten empfehlen.
Einen Tag später machte ich mich über die Packung mit dem Entengeschmack her. Die Kochprozedur muss ich ja hier jetzt nicht wiederholen. Es ist immer das Gleiche. Wasser kochen, Nudeln mit Puver rein, paar Minuten warten, fertig! Das Einzige was erwähnenswert scheint ist der Inhalt des YumYum Beutels. Es befinden sich sage und schreibe 3 kleine Tüten verschiedensten Inhalts darin. Im ersten war eine gallertartige Flüssigkeit. Sah ziemlich eklig aus. Sollte wohl das auf der Verpackungsfront offerierte Öl sein. Im zweiten Tütchen war ein grünes, undefinierbares Gewürz und im Drittendas ein wahrscheinlich scharfes, rotes Gewürz. Von Ente sah und roch man nicht viel. Nachdem ich von den Fehlern des Vortages gelernt habe, habe ich mich nun zum zum Verzehr der Nudeln mit dem gleichzeitigen Gebrauch von Löffel und Gabel entschieden. Ich wickelte die Nudeln wie Spaghetti auf und tunkte sie noch einmal in die Suppe. Klappte super. „Für den Verzehr eignet sich am besten die Spaghetti-Esstechnik“ sollte man vielleicht noch die Verpackungsrückseite aufdrucken. DerGeschmack war auch hier wieder angenehm scharf. Schon fast schärfer als die Curryvariante. Nichtsdestotrotz liebe ich scharfes Essen. Vor Chili con Carne kann ich selten halt machen und vor einiger Zeit habe ich in Berlin ein sogenanntes 3-Way Chili genießen dürfen. Chili con Carne, Makkaroniund das ganze mit Käse überbacken. In meinen Lebensmittelchart ein absoluter Tophit und in den obersten Top 5.Ob mir nun Ente oder Curry besser geschmeckt hat? Nun ja, ich würde sagen, dass das Curry ungefähr 0,5 Punkte mehr verdient hat, da es einhält was es verspricht. Ente schmeckt zwar auch toll, aber eben nur wenig nach Ente. Genauso gut hätte man eine Ente an dem Brühtopf vorbeigehen lassen können, um so einen Entengeschmack zu erhalten.
Zusammengefasst kann man sagen, dass die Yum Yum Gerichte Duck/Ente und Curry was für den kleinen Geldbeutel und den ebenso großen Hunger sind. Freunde des scharfen Essens haben hier ihre Freude. Die Nudeln werden nicht matschig oder bleiben eklig zäh, sondern lassen sich mindestens so gut essen wie die leckeren Spaghetti von Miracoli. Ein Beutel Yum Yum kostet € 0,39 und beinhaltet 60 Gramm Nudeln. Das reicht für einen Teller. Ich empfehle die Mischung aus 2 Beuteln für eine vollkommen ausreichende Mittagsmahlzeit. Warum nicht mal Ente und Curry mischen? Das werde ich demnächst mal tun.









