Messen tut ein Vermesser, obwohl er doch Vermesser heißt und sich demnach doch eigentlich vermessen sollte. Tut er das zu oft verliert er seinen Job, obwohl er seinem Namen alle Ehre gemacht hat. Sollte er dann nicht Messer heißen? Nein, denn Messer heißt schon etwas Anderes. Aber was macht ein Messer? Es schneidet und misst kein Stück. Müsste es dann nicht Schneider heißen? Nicht nur, das sich die obere Hälfte eines Messers sowieso Schneide oder auch Klinge nennt. Auch dieses Wort ist schon besetzt und zwar in doppelter Hinsicht. Ein Schneider schneidert seinen Fummel zurecht und ein Gegenstand namens Schneider schneidet. Der eine macht heil und fügt zusammen, der andere trennt und macht kaputt. Was alles ein „r“ im Verb ausrichten kann. Ts, ts, ts… Aber gehen wir doch noch mal zurück. Die obere Hälfte des Messers nennt sich auch Klinge. Was machen Klingen? Klingeln? Wenn im weiter Vergangenheit zwei Kontrahenten die Klingen gekreuzt haben, dann haben die Klingen geklirrt. Das kennt ja jeder aus Piraten- oder Ritterfilmen. Aber von Klingeln keine Spur. Klirren können auch Gläser, aber dann ist es eher in einer freundlich und moralisch einwandfreien Umgebung. Ich stoße an mit klirrenden Gläsern und Klingen auf die deutsche Sprache. Schön, dass man in ihr einigermaßen zuhause ist und solche Sprachwirren schon normal sind. Ich möchte ungern einem zugereisten Nicht-Deutsch-Sprecher den Unterschied zwischen „den Fliegen“ und „dem Fliegen“ erklären. Gott sei dank ist so ein germanistischer Notfall noch nicht vorgekommen und wird wahrscheinlich auch nicht so schnell passieren. Bin ich mal wieder ein Glückspilz. Ich pilze geradezu vor Glück.
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