Horch was kommt von draussen rein? Hollahi Hollaho!
Das ist ein Lied/Leid, welches wir noch in der 12. Klasse singend und tanzend im Sportunterricht zum besten geben durften. Unser Lehrer Herr B. war so drauf. Da durften wir uns auch noch in der allerersten Stunde einen 1 1/2 stündigen Vortrag über die fleissigen Deutschen und die müßigen Südländer und slawische Völker anhören. „Gesunder Körper – Gesunder Geist!“ Waren dann die Schlußworte und irgendwie verließen wir mit doch sehr gemischten Gefühlen die Sporthalle. Vorallem unserer Türkin muss diese doch eher „40er-Jahre Erziehung“ schwer im Magen gelegen haben. Doch ich bin gerade schräg ab in den Abhang des Abweges gerast, denn eigentlich wollte ich auf das „Horch!“ näher eingehen. Nicht nur, dass dieses Wort irgendwie mindestens so altertümlich ist, wie die Sportmethoden des Herrn B. Au contraire! Horchen sollte jeder mal ein wenig mehr. Dann kann man wirklich bizarre Sachen wahrnehmen. So wie ich letztens gerade von der Bank gekommen bin und mir eine Mutter mit ca. dreijähriger Tochter entgegenkam. Die Mutter schleckte gerade ein Eis und der kleine Zwerg betatschte einen Aufsteller vom Balzer-Bäcker. Als Mutti allerdings weitergehen wollte rief sie dann ruhig aber bestimmt: „Kommst du bitte? Sonst ess ich dein Eis auf.“ Die Reaktion der Kleinen gab mir dann den Anlass für diesen Text. Denn ich habe doch sehr grinsen müssen über die Antwort der Kleinen. Ihr müsst mal eure Stimme so hoch wie möglich verstellen, so dass ihr klingt wie ein Dreijähriges Mädchen. Ganz hoch und fast schon piepsig. Und dann das selbe rufen wie Klein-Erna: „Neiiiiiiiiiin! Iß nicht mein Eiiiis auf! Du….. Aaaarschloooch!“
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(künstlerische Pause, um die Sache erstmal sacken zu lassen)
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Ja. Ganz richtig. Dieses kleine Etwas rief da eben eine Beleidigung aus, die eigentlich doch nicht in Kindermund gehört. Nichts mit „doofe Nuss“ oder „Blödmann“. Nein, gleich eine ganze Stufe höher und eher in das Genre der ca. 10 Jahre älteren Menschen verfallen. Obwohl dieses Wort doch eher meistes gebrüllt, geschrien oder zumindest aus Anstand gemurmelt wird, fand ich die gepiepste Schni-Schna-Schnappi-Kinderversion doch bisher am goldigsten. Weder Mutter noch Kind sahen nach dem sogenannten „Präkariat“ aus und eigentlich war auch die matriachale Drohung eher liebevoll als gehässig, aber die Reaktion war echt einen Asbach Uralt wert. Ich hätte zumindest gerne einen gehabt, damit meine Mundwinkel wieder entkrampfen konnten.
Grins, Grins, Grins. Der Tag war gerettet.
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