Juppheidi und Juppheida. Da bin ich ich schon wieder und habe Neues zu berichten. Doch Schluß mit Kasperlaune und loserzählt.
Aaaalso: Ich war mal wieder auf einen meiner Botengänge und sollte eigentlich nur ein Päckchen bei einer nahen Wäscherei abgeben. Warum bei einer Wäscherei? Weil der Reinungsfritze als Nebenverdienst mit dem Hermesversand sich auch mal etwas vergolden lassen möchte. Also was mir bei der Wäscherei schon immer aufgefallen ist, ist das alle Leute da gegen die Tür rennen. Die Eingangstür steht nämlich einen Spalt weit über und man denkt das man drücken muss, um den Laden zu betreten. Nix da. Bumm! Stirnabdruck an der Scheibe. Jedenfalls für die ganz eiligen Leute. Jetzt habe ich aber den Kniff raus und zögere jedesmal eine Sekunde vor dieser Tür und überlege, ob man nun ziehen oder drücken sollte. Die richtige Entscheidung fällt mir jedes mal leichter.
Doch was war nun in dieser Wäscherei so Aufregendes? Objektiv betrachtet nicht viel. Eine Wäscherin im Kittel, eine Wäschereimeisterurkunde an der Wand, eine Tür stand sperrangelweit offen und ich konnte ein Kind im Garten beim fröhlichen Schaukeln erkennen. Achja, und eben ein Kunde, der auch recht unauffällig war. Er trug also jetzt keine karnevalsverdächtigen Klamotten oder wackelte auf einem Einrad vor dem Tresen. Nein, ein Typ vom Schlage „Normalo“ Das einzig Interessante war aber die Geschichte (Neumund sagt auch Story) die da passierte.
Das Gespräch in das ich da reinplatzte ging um ein verwechseltes Kleidungsstück. Der Herr vor mir hatte nämlich eine schwarze Bluse, die nicht die seine war zurückgeben wollen. Die Wäscherin kucke etwas irritiert und suchte dann nach seinem Kleidungstück im Lager mit den sauberen Klamotten. Peinlich berührt schlich sie wieder heraus als die Suche sich als ergebnislos bzw. negativ erwies. Als aber der Herr meinte, dass er ja sogar Verständnis dafür hätte, dass sein Kleidungsstück nicht mehr vorhanden wäre, weil er das ja vor ca 2 JAHREN hier abgeben hätte, fiel der Waschfrau und mir doch die Kinnlade ein Stück tiefer. Er erklärte es damit, das er mal vor 2 Jahren ein schwarzes Hemd zum reinigen abgab und dann wohl in aller Eile den Fehler nicht bemerkt hätte und statt des Hemdes eine Damenbluse nun sein Eigentum nennen durfte. Als er nun das Hemd mal wieder anziehen wollte, wer er sehr verdutzt über diese Bluse und eilte zur Reinigung, um den Fehler zu beheben. Das alles war dem Mann offensichtlich peinlich, gerade wo ich als Aussenstehender in diesem ca. 10 m² großen Laden nur vielleicht einen Meter von ihm weg stand und jede Silbe mitbekam. Miss Blitzeblank hat jedenfalls kurz ihre Chefin angerufen, um die Sache mit der Garantie zu klären, allerdings wäre da nach 2 Jahren wenig zu machen und er durfte sogar das Hemd mitnehmen, weil die Vorbesitzerin inzwischen verstorben war. (Insiderwissen der Frau) Nun haben wir alle Drei etwas bekommen. Der Mann eine schwarze Bluse einer inzwischen toten Frau, die Wäscherin und ich eine Geschichte zum erzählen.
Zufrieden und eine kleine Geschichte reicher gab ich mein Paket ab.
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